Bedeutung des Wortes Bongo

Woher stammt das Wort Bongos überhaupt? Welche Bedeutung hat das Wort Bongo eigentlich? Und haben die „Bongos“ der Armee eigentlich irgendetwas mit dem Musikinstrument zu tun? Bongos.de möchte aufklären und eine kleine Wortkunde geben.

Herkunft und Bedeutung des Wortes „Bongo“

Die Bongo erlangte ihre weltweite Bekanntheit von Kuba aus. Bereits im 16. Jahrhundert geriet die Insel unter spanische Herrschaft, folgerichtig führt der Duden die Bongo – das wäre übrigens auch möglich – auf das Spanische beziehungsweise Südamerikanische zurück.

Ungeachtet ihrer Plausibilität lässt diese Deutung außer Acht, dass Kuba nach seiner Kolonialisierung zum großen Teil von afrikanischen Sklaven bewohnt wurde. Diese wurden – nachdem die indigene Bevölkerung durch Krankheit und Gewalt dezimiert wurde – im 17. und 18. jahrhundert zum Zuckerrohranbau eingesetzt. Die aus unterschiedlichen Regionen verschleppten Afrikaner brachten ihre Kulturen, Lieder und Instrumente mit. Es ist durchaus möglich, dass auch die Bongo samt ihrer Bezeichnung darunter war. Der kubanische Anthropologe Fernando Ortiz verweist auf die bedeutende identitätsstiftende Rolle der Trommel im Abakuá-Bund, der sich in Kuba um 1820 etablierte. Der größtenteils aus Afrikanern bestehende Verband trug zur Herausbildung einer neuen kulturellen Identität der afrokubanischen Bevölkerung bei. Obwohl eher Geheimbund als Religion, verfügte Abakuá durchaus über kultische Elemente. Insbesondere die „sprechende“ Trommel Ekué wurde verehrt: Sie sollte unter anderem ein Medium des Hauptgottes Abasí sein und eine Verbindung ins Jenseits ermöglichen. Das Wort „Bongo“ konnte in der Sprache der Abakuá sowohl für Trommel im Allgemeinen stehen als auch die heilige Ekué meinen.

Ortiz betont zudem den afrikanischen Ursprung des Begriffs „Bongo.“ Dieser sei eigentlich im Singular zu verwenden, da das Instrument als Einheit aufgefasst wurde. Erst durch den spanischen Einfluss hätten sich verschiedene Pluralformen etabliert, von denen „bongós“ heutzutage die gebräuchlichste ist.
Für Ortiz´ Herleitung des Begriffs spricht des Weiteren, dass noch heute eine afrikanische Ethnie „Bongo“ existiert, die in Uganda und dem Südsudan beheimatet ist.

Ob das Wort „Bongo“ tatsächlich ein afrikanischer Export ist oder erst im kubanischen Schmelztigel der Kulturen entstand, lässt sich mit letzter Sicherheit jedoch nicht belegen. Seine Verbreitung dürfte der Begriff jedoch den spanischen Kolonialherren und der wachsenden Popularität lateinamerikanischer Rhythmen verdanken. Aus afrokubanischer Musik und spanischen Tanzstücken entwickelte sich der Son Cubano, in dessen Gruppen die Bongo bald unverzichtbar war. Obgleich mittlerweile von geringer Bekanntheit, gingen aus dem Son Cubano beliebte und weltweit bekannte Rhythmen wie Chachacha, Rumba, Mambo und Salsa hervor.

In der Sprache der Abakuá bezeichnete „Bongo“ eine Trommel, sowohl im sakralen als auch im profanen Kontext. Diese Bedeutung ist naheliegend, insbesondere aufgrund des lautmalenden Effekts: Werden die kleinen, meist paarweise bespielten Trommeln mit Fingern oder Händen geschlagen, ertönt der cahrakteristische Laut „Bon – go“. Ungeachtet welche Herkunft dem Begriff attestiert wird, besteht in der Forschung weitgehend Einigkeit über die onomatopoetische Wortbedeutung.

In der Armee bezeichnet „Bongo“ bzw. „Kabelbongo“ den Fernmeldesoldaten, der ursprünglich eine Kabeltrommel auf dem Rücken trug. Synonym wird der Begriff „Kabelaffe“ verwendet, was eine Konnotation mit Afrika nahelegt. Das im Soldatenjargon eher abwertend gebrauchte Wort weist also durchaus eine Verbindung zu dem Musikinstrument auf – wenn auch eine sehr dünne.

Two drums – one sound

Gemeint ist eine Bongo. Sie besteht aus zwei miteinander verbundenen Trommeln, welche eine unterschiedliche Größe aufweisen. Deshalb wirkt das handliche Schlaginstrument bereits auf den ersten Blick interessant. Dieser Eindruck wird durch eine spezielle Bespannung noch verstärkt. Aufgezogen sind nämlich, meist von der Ziege stammende, Lederfelle. Diese Haut wird in der industriellen Fertigung jedoch durch Kunststoff ersetzt.
Faszinierend ist auch, dass die beiden Trommeln verschiedene Namen besitzen. Die größere heißt „hembra“ (spanisch=Weibchen) und die kleinere wird „macho“ (Männchen) genannt.
Die Bongo stammt ursprünglich aus Kuba.
Sie ist das Instrument mit dem höchsten Klang in der Gruppe aller lateinamerikanischen Handtrommeln und auch deshalb sehr beliebt.
Das sympathische Instrument ist aber nicht nur in der Latin-Szene populär, es hielt spätestens seit den 70er Jahren Einzug in die moderne Musik.
Bongo-Rhythmen findet man heutzutage in vielen Stilrichtungen von beispielsweise Rock bis HipHop. Der Bongo-Sound ist temperamentvoll, wild, frisch sowie heiter. Er verbreitet einen Hauch von Exotik und Dschungel. Die Rhythmen bilden einen ganz besonderen Hörgenuss, bei dem sich automatisch gute Laune einstellt.
Es gibt Bongo-Solos, das Instrument lässt sich aber auch sehr gut in eine Band integrieren. Beim Ohrwurm „Played A Live“ von den dänischen Musikern „Safri Duo“ steht der einzigartige Trommelwirbel im Mittelpunkt. Er erlangte im Jahre 2001 als Bongo-Song große Popularität.
Beim klangvollen Lied „A horse with no name“ aus dem Jahr 1971 von der Band „America“ kommt die Bongo dezent im Hintergrund zum Einsatz und bildet zusammen mit den Gitarren einen tollen Sound.
Man kann die bezaubernden kleinen Trommeln mit den Fingern oder den Händen spielen. Es ist auch möglich, Drumsticks zu verwenden. Die Bongo wird einfach zwischen die Knie geklemmt oder auf einem Stativ befestigt.
Zahlreiche Videos oder Workshops versprechen eine unkomplizierte Erlernbarkeit des Instruments. Auch Kinder haben bereits Spaß am Bongo-Spielen.

Das Wort Bongo

Bongo ist ein Femininum oder Neutrum. Das heißt, es ist mit dem Artikel die oder das verwendbar.
Die englische Bezeichnung lautet „bongo“.
Wie jedes Wort besitzt auch der Begriff Bongo Synonyme. Die gebräuchlichsten sind Trommel oder Instrument.
Es gibt auch Reimwörter auf Bongo bzw. Bongos, zum Beispiel Flamingo, Mango, ergo, Taekwondo, Amigo, Chicago und drauflos.
Somit ist es möglich, kreative Vierzeiler zu verfassen wie im folgenden kleinen Gedicht:

Die Hände fliegen über die Bongos.
Bongoceros spielt drauflos!
Der Rhythmus geht sofort ins Blut
und klingt knackig, frech und gut.

Hier ein weiterer Vierzeiler, bei welchem Bongo am Zeilenanfang steht:

Ein Bongo ist ein tolles Instrument,
was heutzutage jeder kennt.
Das Trommelpaar verbreitet einen tollen Sound.
Die Zuhörer sind sofort gut gelaunt.